Dr. Dominik Spitzer

Medizinstudium: Dr. Dominik Spitzer kritisiert „Mogelpackung“ der Staatsregierung

FDP-Abgeordneter fordert Tempo beim Ausbau von Medizinstudienplätzen zur Bekämpfung des Ärztemangels

Augsburg/München.

Über 2000 Studienplätze mehr soll es für Medizinstudenten geben. So steht es im Koalitionsvertrag der Bayerischen Staatsregierung. „Das ist die reine Mogelpackung“, sagt Dr. Dominik Spitzer, gesundheits- und pflegepolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag. Denn auf seine Anfrage ans Plenum ergab sich ein ganz anderes Bild.

Auf Nachfrage Spitzers stellte sich heraus, dass die Medizinische Fakultät der Universität Augsburg bei den im Koalitionsvertrag vereinbarten 2000 Studienplätzen mitgezählt wird, obwohl diese vom Parlament schon am 22.03.2018 beschlossen waren. In Augsburg sollen bis zum Jahr 2031 insgesamt 1500 Studienplätze der Humanmedizin geschaffen werden. Der Großteil der geplanten Studienplätze wurde somit bereits in der letzten Legislaturperiode verabschiedet, sodass bis zum Jahr 2031 durch die neue Regierung lediglich 600 neue Studienplätze eingerichtet werden sollen. „Dies bedeutet, dass stufenweise in einem Zeitraum von zwölf Jahren die Anzahl der über 2000 Plätze erreicht werden kann. Das ist lange nach dieser Legislaturperiode und liegt weit hinter den Erwartungen zurück. Hier wird seitens der Staatsregierung ein falsches Bild gezeichnet. Mehr Tempo beim Ausbau der Plätze wäre angesagt“, so Spitzer.

Aktuell liegt Bayern nur knapp über dem Bundesdurchschnitt (ca. 113 Studien-plätze/100.000 Einwohner im Wintersemester 17/18).

„Wenn man sich vor Augen führt, dass die Anzahl an Wartesemestern auf Bundesebene bei 14 liegt und nur jeder vierte Bewerber einen Studienplatz bekommt, wird der dringende Handlungsbedarf deutlich“, betont Spitzer und führt weiter aus: „Dies würde sich dann auch positiv auf den hohen Numerus Clausus auswirken, der das Symptom des Studienplatzmangels ist. So lässt sich auch der Ärztemangel auf Dauer bekämpfen.“

Antwort des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst auf die Anfrage ans Plenum